Sorry, not allowed ...

Auf Befehl Fotografieren!

Wie alles begann…

Die Eingangstüre öffnete sich nicht wie gewohnt.
Die Lichter waren ausgeknipst.
Ein unscheinbarer Kleber vom Konkursamt.
Der Fall war klar…

Es war eine schwere Zeit als ich erfahren habe, dass „Foto Pro Ecker“ die Pforten schliessen musste! In diesen düsteren Stunden suchte ich mir eine Ablenkung und stiess auf einen Fotomarathon (einschneidende Erfahrung –  wie sich im Nachhinein herausstellte). Den bevorstehenden Fotomarathon-Abenteuer wollte ich nicht alleine begehen und ich konnte Artjom von diesem Vorhaben überzeugen.

Einige Tage zuvor kam ich noch auf die Idee, dass ich mal eine Testlauf machen könnte. Immer wieder fragte ich bei meinen Freunden nach Themen nach und es kamen einige zusammen. Mit diesen im Kopf machte ich mich mal auf den Weg in Luzern:

 

Eine Reportage

09:00 Uhr, Buobenmatt, regnerisch

Es war endlich soweit. Halbverschlafen fanden wir uns am Startpunkt ein und warteten erst mal.  Nun standen wir also da, ziemlich vorbereitet (zumindest wir waren es). Nach einer Weile erhielten wir die Themen:

  • Skurril / Fake
  • Magie des Kleinen
  • Stille
  • Luzern aber mal anders
  • Bewegt

Und darauf hin brauchte ich erstmal ein Kaffee um mir einige Gedanken zu machen. Vermutlich hätte ich noch so einige Kaffee’s trinken können – mehrheitlich konnte ich keine Idee zu den Themen zu ordnen. Wir gingen dann also mal los, weil beim Kaffee trinken entstanden (leider) keine Bilder.

09:45 Uhr, Schirmertoranlage, bewölkt

In einem Park machten wir halt. Artjom schoss und schoss Bilder. Ich war sehr zurückhaltend und immer noch vertieft auf der Suche nach Ideen – passend zu den Themen. Verwarf immer wieder die Hände und schüttelte den Kopf… Einige auserwählte Kollegen durften (bzw. mussten) mich noch bei der Ideensuche unterstützen. Nach etwa 1h hatte ich dann die Einsicht (widerwillig), dass ich besser einfach „wahllos“ Bilder schiesse und diese dann zu ordne – im Hinterkopf immer wieder die Inputs die ich erhalten habe. Schlussendlich bewegte ich mich auch dazu die ersten Bilder zu machen.

10:00 Uhr, irgendwo in Luzern, bewölkt

Wir schlenderten also so umher. Eher planlos als zielorientiert von der Schirmertoranlage zum SUVA Hauptgebäude, da entdeckte ich eine Wand voller Efeu. Toll, ein Motiv – oder auch nicht..

10:19 Bewegt (eingereicht)

Per Zufall gingen wir an einer Schaufensterfront vorbei, per Zufall standen Personen am Ende der Schaufensterfront, per Zufall stockte der Verkehr und per Zufall war ich zu diesem Zeitpunkt da. Endlich nach knapp 1.5h: Mein 1. Bild welches ich einreichen wollte. Am Fotomarathon interpretierte ich das Thema so, dass das Bild bewegt (Bewegung) beinhaltet muss. Wasser, Verkehr und Bewegung vom Mensch waren meine Motiv-Ideen. Schlussendlich hatte ich mein Foto der Spiegelung in einem Schaufenster: Personen die stillstehen und im Hintergrund der Verkehr. Sehr passend fand ich wie der Bus angeschnitten wurde.

10:30 Uhr, Seebrücke, leicht bewölkt

Sehenswürdigkeiten (oder wie ich sie liebevoll nenne „Touri-Magnet“ find ich überhaupt nicht toll zum Fotografieren. Zuviele Menschen an einem Ort und ich habe keine Ruhe in der ganzen Hektik. Artjom sah das Ganze ein Bisschen anders und nahm den Wasserturm in den Fokus. 

10:45 Uhr, Bahnhofplatz, stark bewölkt

Mich zog es ins Inseli und auf dem Weg dort hin entdeckte ich eine Spiegelung. Da ich bekanntlich Spiegelungen in Regenpfützen super finde – musste natürlich der Moment festgehalten werden. Und dann geschah es! 

10:55 Uhr, Bahnhof, im Trockenen

Durch eine Message von der lieben Corinne musste ich sofort in die Bäckerei Bachmann und in eine Konditorei. Dort deckte ich mich mit Süssigkeiten ein die aussahen wie der Wasserturm (draussen regnete es ja sowieso) und es ging wieder zurück auf die Seebrücke (nach dem Regen). Dort angekommen suchte ich mir erstmal einen Platz wo nicht gleich die ganze Welt ein Foto machen will. Ich stellte mich so doof hin (Stativ und Rucksack), dass ja keiner auf die Idee kam dort hin zu kommen (mit Erfolg). Der Spot hatte es in sich! Einerseits war da der Wind der das Wasserturm-Gebäck immer und immer wieder umgestossen hat, anderseits kreisten bereits Vögel und Möwen ober mir (was die wohl vorhatten?) Einige Ansätze später kam dann langsam die Perspektive die ich suchte.

11: 10 Uhr, Skurril / Fake (eingereicht)

Dieses Thema war für mich sehr schwer umzusetzen, da ich mit der Thematik immer ins Abstrakte abgedriftet bin. Ich schlug gar die genaue Definition der Worte nach und versicherte mich, dass kein Zusammenhang zu „Abstrakt“ bestand (leider).

12:00 Uhr, Luzern aber mal anders (eingeriecht)

„Ja wie anders?“ – diese Frage stellte ich mir einige Male. Es kamen einige Strassenname welche nicht dem „alltäglichen“ von Luzern entsprachen als Vorschlag, aber da ein gutes Motiv finden – ich war eher skeptisch. Ich entschied mich dass ich das „anders“ mit der Kamera umsetze. Als Idee schwebte mir „kopfüber“ oder eine „Lensball-Aufnahme“ vor. Ersteres fand ich dann irgendwie zu einfach und die „Lensball-Aufnahme“ konnte ich aufgrund von Regen auch in die Tonne schmeissen.  Halt! Regen? Regenpfütze? Spiegelung in der Regenpfütze? Idee war gefunden – Motiv nicht. 

Ich ging dann ins Inseli schauen und hatte leider zu wenig Wasser dabei (kein Witz) um eine schöne Pfütze zu machen. Das Wasser sickerte nur so durch den aufgeweichten Boden. Sehr demotiviert ging es dann wieder nach vorne Richtung Europaplatz / KKL. Gottlob wurde da alles zu betoniert und das Regenwasser konnte nicht gleich in den Boden versickern. Zu guter Letzt (dank dem Regen) ergab sich dann eine Spieglung welche ich als „anders“ empfand. Auf dem nassen Beton liegend ergab sich eine extrem spannende Perspektive. Aufgrund einer Unachtsamkeit war dann auch gleich noch meine Jacke durchnässt (ich musste mir ja auch gleich ein Platz mit vielen Regenpfützen suchen…).

12:20 Uhr, irgendwo in Luzern, bewölkt

Der „Lensball“ war ja sowieso schon mitdabei – sicherheitshalber noch einige Bilder gemacht. 

13:30Uhr, 7 camicie Shop Luzern, im Trockenen

Bereits in der Vorbereitung hab ich einen Hemdenladen in Luzern entdeckt. Meine Idee war es nun einen Saum von einem Hemd in „Szene“ zu setzen. Auf auf – ab in den Hemdenladen und mal Fragen ob ich das darf. Die Verkäuferin bejahte und war angetan von der Idee nur den Saum zu fotografieren. Ich durfte mir Hemden aussuchen und sie drapierte diese entsprechend. Nach geraumer Zeit und einigen „verwurstelten“ Hemden später war mein Wunschbild fertig.

13:35 Uhr, Magie des Kleinen (eingereicht)

Klein, kleiner, Makro? Gleich von Beginn an war klar, dass ich dieses Thema mit dem Makro-Objektiv umsetzen werde. Ein Fehler? Bietet das Thema derart grossen Spielraum? Jetzt kann ich sagen ja! Was hättest Du daraus gemacht? Als weitere Möglichkeit wäre auch noch das Spielen mit dem Grössenunterschied gewesen oder etwas Kleines aufgrund der Perspektive ganz gross aussehen lassen. Jaja im Nachhinein ist eh alles besser…

13:35 Uhr, Restaurant Max, im Trockenen

Wir zogen uns vom Getummel auf den Strassen zurück. So konnten wir die Bilder anschauen und den Themen zuordnen. Leichter gesagt als getan. Das Gefühl bekam mich, dass ich alle Bilder zu allen Themen zu ordnen könne und dies erschwerte mir die Auswahl enorm.

14:05 Uhr, Stille (eingereicht)

Ja da sassen wir nun im Restaurant, alle Bilder zugeordnet und ich bemerkte, dass mir doch tatsächlich ein Bild fehlt. Kurz im Restaurant umgeschaut und schwupps sprang mir die Toilettentüre ins Auge. Nach draussen wollte ich eigentlich nicht mehr und was besseres gab es da auch nicht (was dann auch noch einigermassen zum Thema passte)…

Fazit

Es war ein spannendes, lehrreiches Erlebnis. Ob ich das nochmals machen werde steht jedoch in den Sternen. Toll war es sicherlich, dass ich es überhaupt einmal gemacht habe. Was mir gar nicht zugesagt hat, war dass wir nur im JPEG-Format fotografieren durften. Begründet, dass die Bilder nicht bearbeitet werden dürfen (bzw. nur mit Kamera eigenen Hilfsmitteln). Vor Lachen lag ich beinahe am Boden. Dann hätte es ja RAW sein müssen – aber auch da wäre eine Bearbeitung am PC nicht ausschliessbar gewesen. Das JPEG nur mit Kamera-Hilfsmitteln (Kontrast, Farbintensität, etc. ) zu bearbeiten ist eine Herkules-Aufgabe! Abgesehen von den Möglichkeiten wäre da noch das kleine Display zu erwähnen. Vielleicht lag es aber auch einfach nur an den Themen, welche meiner Meinung nach viel zu viel Interpretation liessen. Ich werde sicherlich zukünftig ab und zu mir ein Thema suchen und gezielt darauf ein Foto machen. 

Leider hat es nicht für eine Rangierung gereicht und was ich sehr schade finde ist, dass die rangierten Bilder nirgends zu finden sind online – schade!

Und Du?

  • Hast du auch mal bei einem Fotomarathon mitgemacht?
  • Was waren deine Eindrücke?
  • Welche Bilder hättest du eingereicht?
  • Hab ich die Themen getroffen mit den Bildern?

Schreibs in die Kommentare!

 

 

2 thoughts on Auf Befehl Fotografieren!

  1. Super Bilder! Du hättest durchaus eine Platzierung verdient gehabt. Hoffentlich gibt es beim nächsten mal ein paar bessere Themen.

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